Die Computer-Schule in Bamberg

 

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Hier eine kleine Auswahl der in "Bamberg Stadt & Land" erschienenen Artikel:

 

Keine Angst vorm Elektronik-Hirn

(erschienen in Bamberg Stadt & Land am 20./21.01.1996)

Verschiedene Gründe verwandeln den Menschen in den PC-Anwender. Sei es aus beruflichen Gründen, weil die Firma nun auf EDV umstellt, oder sei es, weil frau nach der Familienpause wieder in den Beruf zurückkehrt. Oder weil man mit den Kindern Schritt halten muss, da der Computer selbst an Schulen nicht mehr wegzudenken ist. Es gibt aber auch den, der zum PC-Anwender wird, aus reiner Wissensbereicherung oder als Freizeitbeschäftigung. Aber auch den, der anstelle von Krawatte oder Topfset mal was Anderes unter den Gaben- oder auf den Geburtstagstisch präsentiert bekam.

Also, egal welche Gründe den PC-Anwender geschaffen haben, die Bits und Bytes bereiten so manchem Probleme. Der Sozialforscher sagt, es gäbe keine Zweiklassengesellschaft mehr, der Personalcomputer-Einsteiger weiß es besser: es gibt Menschen mit und Menschen ohne Computer und vor allem den Kenntnissen. Was fühlen wir bei dem bloßen Gedanken an „ihn“? Hemmschwellen bauen sich auf, „Das erlerne ich nie". Der Respekt vor „ihm“ wird zum Alptraum  "wenn ich was aus Versehen lösche". – Ohne einen konkreten Punkt oder ein Faktum der Serie vorwegnehmen zu wollen, sei soviel schon einmal angemerkt: der Computer ist nicht schlauer als der Mensch, der ihn bedient und grobe Fehler, wenn beispielsweise eine Festplatte gelöscht wird, kennen und können Einsteiger doch gar nicht.

Doch zurück zum Ausgangspunkt: Der Computer ist zu Hause. Wir gehören ab sofort zu der Klasse „Mensch mit Computer“ und zeigen unseren guten Willen, indem wir mit einem positiven Glücksgefühl die Verpackungen öffnen. Aus dem Karton kommen: Rechner, Monitor, Tastatur, Maus, Disketten, CDs, Kabel, Handbücher und Zettel über Zettel. Hierbei ist  Vorsicht geboten. Damit keine Stimmungsschwankungen auftreten erst mal alles aufheben, was an Papieren da ist. Wenn es sich hierbei auch um 99 % Werbematerial handelt, sollten Sie nicht - wie mir selbst am eigenen PC-Leibe passiert ist – alles zu 100 % analysieren versuchen. Erst einmal Schritt für Schritt vorgehen und das Wichtigste herausfischen. Mit jeder gekauften Software erhalten Sie eine Lizenz, nicht zum Killen – das überlassen wir James Bond – sondern um die Programme aus den Rechner zu überspielen. Denn dazu benötigen Sie manchmal eine, dem Lizenzschein angegliederte Registriernummer, die aus einer Zahlen- und Buchstabenkombination besteht und sich leider manchmal auf einem Zettel befindet, auf dem man sie nicht vermutet. Diese Nummer muss dann beim Installieren eingegeben werden. Ohne sie ist die Installation nicht möglich und Programme können dann nur noch als Schmuckstück ins Wohnzimmerregal gestellt werden.

Um den Rechner mit seinen Peripheriegeräten zu vereinen, wenden wir uns der Rückseite des Computergehäuses zu. Hier befinden sich die sogenannten Schnittstellen: die Parallele ist eine Einbahnstraße, der Datenfluss erfolgt nur in eine Richtung. Sie wird LPT1 genannt und vor allem zum Druckeranschluss verwendet. Die Serielle ist zweibahnig, so dass Daten hin und her transportiert werden können. Sie wird mit COM1 bezeichnet und dient z. B. der Verbindung zwischen Computer und Maus. An diese Stecker schließen wir nun Monitor, Maus, Tastatur und Drucker an. Das ist so einfach, wie es klingt. Eine Verwechslung ist nicht möglich, denn für jeden Stecker gibt es entweder nur eine Buchse oder sind mehrere gleiche vorhanden, so sind die Buchsen am PC-Gehäuse beschriftet.

Sind alle Geräte miteinander verkabelt, muss in den meisten Fällen der Drucker installiert werden, d. h. dem Computer muss mitgeteilt werden, welcher Druckertyp an ihm angeschlossen wird. Doch bevor es soweit ist und wir das Gerät anschalten, wollen wir uns vorab mit dem Rechner vertraut machen und wenden uns seiner Vorderseite zu.

Am Gehäuse finden wir (meistens) drei Schalter: dabei dient meist der Größte zum Einschalten des Gerätes, der Reset-Schalter startet unser eingeschaltetes Gerät neu (ihn benötigen wir nur, wenn unser System nicht mehr läuft) und der Turbo-Schalter, der, wie der Name schon sagt, unseren Rechner schneller laufen lässt. Je nach Ausstattung befinden sich an der Vorderseite ein Disketten- und ein CD-ROM-Laufwerk, auf die wir im Verlauf des Kurses zurückkommen.

Die Spannung hat nun endlich Ihren Höhepunkt erreicht, wir betätigen den Startknopf. Rote, grüne  oder gelbe Lichter blinken am Computergehäuse. Wir wenden unseren Blick auf den Bildschirm, hier laufen Zahlen und Buchstaben in rasender Geschwindigkeit. Und endlich eine Nachricht die unseren Adrenalinspiegel sinken lässt: Windows 95 wird gestartet. Wir lehnen uns zurück, wir haben es geschafft. Eine farbenfrohe Oberfläche strahlt uns entgegen im unverwechselbaren Microsoft-Türkis.

Telefonat nach Australien zum Ortstarif

(erschienen in Bamberg Stadt & Land am 04./05.01.1997)

Homebanking, Emails,  das Bamberger Bürgernetz. „Bist Du eigentlich auch schon online?“ Eine neue Ära ist angebrochen, der Internet-Anschluss gehört heute fast schon zum Muss, wer in sein will. Doch was verbirgt sich dahinter. Wer ist Gopher? Hat WWW etwas mit meinem Provider zu tun? Im Kopf surfen die Schlagwörter nur so durch unsere Gehirnzellen, die nun bald offline sein werden. Beginnen wir am Anfang.

Die Vorläufer des Internet waren ein militärisches Datennetz, ARPA (Advanced Research Projects Agency). Es entstand im Jahre 1969 im Kalten Krieg. Das ARPANet verband gleichartige Netze miteinander und garantierte somit den Informationsfluss.

Institute und Forschungseinrichtungen schlossen sich diesem Netz an, hatten aber z. T. unterschiedliche Betriebssysteme. Damit diese miteinander kommunizieren konnten, benötigte man eine Methode. Es entstand das Internetting Project und daraus das heutige Internet, das größte Netz der Welt. Es setzt sich aus mehreren Netzen zusammen, Universitäten, kommerzielle Unternehmen sowie staatliche und militärische Einrichtungen verbindet es.

Die Verbindung besteht in einer Menge von Rechnern. Auf allen Kontinenten gibt es Server, d. h. Rechner, die Daten gespeichert haben. Die vielen Netzwerke werden über Gateways miteinander verbunden, dies sind Rechner, deren Hauptaufgabe es ist, Daten von einem Netz zum anderen zu transportieren. Über Standleitungen sind die Netzwerke miteinander verbunden, die den Datentransport in beide Richtungen übertragen. Um ins Internet zu gelangen, benötigen Sie mit Ihrem Rechner eine Zugang zu einem Rechenzentrum. Damit sich nun alle Rechner im Internet verstehen können, wurde ein Protokoll entwickelt, das den Datentransport zwischen den Rechnern beschreibt. Somit ist die Kommunikation untereinander möglich.

Es stellt sich Ihnen nun sicherlich die Frage: "Wofür brauche ich das?" Das Internet ist Kommunikations- und Informationsmedium. Erinnern Sie sich an Alfons, unserer vorgestellte Lernsoftware? Per Internet kann eine Demoversion heruntergeladen werden.

Oder zu jeder Tages- und Nachtzeit kann man sich in die Universitätsbibliothek einloggen und seine Literaturliste vervollständigen.  

Oder den Kontostand am Sonntag abrufen, Briefe per PC verschicken, und all das egal in welchem Winkel der Erde man lebt. 

Was benötigen wir, um online zu sein? Für die Reise auf den Datenautobahnen brauchen Sie einen Computer, ein Modem und Modem-Software. Ab 486er-Rechnern ist es unproblematisch, sie laufen schnell genug. Bei älteren Rechnern kann es Probleme mit neueren Programmen geben. Das Modem benötigen wir, um Computer miteinander zu verbinden.  

Da das Telefonnetz eine höhere Spannung als Ihr Computer hat, würde dieser sofort außer Betrieb gesetzt werden, wenn Sie in einfach an das Netz der Telekom hängen. Wir benötigen also ein spezielles Verbindungsteil, das Modem. Es muss unsere Computersignale in die analogen Signale des Telefonnetzes umwandeln und die ankommenden Bits (digital) für Ihren Computer.  

Modems gibt es als externe Geräte, ein Plastikgehäuse mit verschiedenen Lämpchen oder als interne Steckkarte, die auf der Platine des Rechners integriert wird. Wichtiges Leistungsmerkmal bei Modems ist die Geschwindigkeit, mit der die Bits durch die Leitung geschickt werden. Sie wird in bps (bits per Sekunde) angegeben. Je schneller das Modem, desto schneller der Bildschirmaufbau, desto geringer die Telefonrechnung.  

Wenn Sie einen ISDN-Anschluss besitzen, brauchen Sie anstelle des Modems eine IDSN-Karte für Ihren Computer. Mit ISDN werden die Daten bereits digital verarbeitet, womit eine höhere Übertragungsrate erzielt wird. Je nachdem welchen Telefonanschluss Sie haben, werden Sie nun die passende Hardwarekomponente wählen. Hiermit erhalten Sie auch die nötige Software für die Benutzung.  

Um nun den Zugang ins Internet zu bekommen, brauchen wir  einen Provider. Dies sind Firmen, die mehrere Anwählpunkte ins Internet unterhalten und somit dem privaten Anwender den Zugriff ermöglichen. Die Provider unterscheiden sich einmal durch ihre Leistungen. Angeboten werden: Telebanking, Teleshopping, Wirtschafts- und Finanzinformationen, Nachrichtendienste, Diskussionsgruppen, interaktive Zeitungen oder Computerthemen. Und durch ihre Kostenabrechnung. Hier gibt es Varianten: Sie zahlen eine niedrige Grundgebühr (ca. 9 DM) für die monatliche Nutzung und für die Dauer Ihrer Online-Aktivitäten die jeweiligen Telefongebühren. Oder Sie bezahlen einen Pauschalpreis (ca. 50 DM) und können surfen nach Herzenslust. Wofür Sie sich entscheiden, hängt also davon ab, wie oft Sie das Internet nutzen wollen und was somit für Sie günstiger ist. Die Telefongebühr zahlen Sie bis zu Ihrem Einwählknoten. Wählen Sie solche in Ihrer Nähe, damit sparen Sie Telefonkosten. Haben Sie sich in einen Rechner in Australien eingeloggt, und Ihren Einwählknoten am Ort, so ist es nur ein Ortsgespräch für Sie.

Ihre Adresse im Internet

(erschienen in Bamberg Stadt & Land am 11./12.01.1997)

Wir wollen also nun zu den über 50 Millionen  Menschen gehören, die an der Kommunikationsform Internet teilnehmen und haben uns je nach Bedarf für einen Provider und nach unserem Telefonanschluss für ein Modem oder eine ISDN-Karte entschieden. Hiermit erhalten wir auch die nötige Zugangssoftware zur Nutzung der einzelnen Dienste des Internets. Diesen Zugang müssen wir selbst konfigurieren, was von Computer zu Computer unterschiedlich ablaufen kann. Die Eintragungen hängen unter anderem von Ihrem Betriebsystem, der entsprechenden Software, und dem Modem oder der ISDN-Karte ab. 

Die nötigen Informationen hierzu müssen Sie vom Dienstleister erhalten oder im mitgelieferten Handbuch nachlesen. Gehen wir in unserem Beispiel von der Wahl eines internen Geräts aus, einer ISDN-Karte oder einem einbaubarem Modem, so muss die Steckkarte oder das Modem in den PC eingebaut werden und der PC mittels Kabel mit einer Telefonbuchse verbunden werden. Konfigurieren wir unser System unter Windows 95 so, wenn uns das Glück hold ist, erkennt dieses durch sein "Plug & Play" den Einbau des Gerätes und konfiguriert sich fast von selbst.  

Die Hardwareerkennung, also das Registrieren der Tatsache, dass wir unserem Computer ein neues Teilchen eingebaut haben, unter Windows 95 kann aber auch zum Absturz des kompletten Systems führen. Bei Pannen oder Problemen empfiehlt es sich daher, den Einbau von einem Fachmann oder wissenden Bekannten vornehmen zu lassen, denn tüfteln kann schon einige Stunden in Anspruch nehmen.  

Nach erfolgreicher Konfiguration erhalten Sie dann Ihre Adresse im Internet bzw. Ihre E-Mail-Adresse, zum Versenden oder Erhalten elektronischer Post. Jeder Rechner des Internet erhält eine einmalige Adresse, um im Internet auch erreicht zu werden. Diese Adresse ist die Kennung, mit der Ihr Computer im Netzwerk eindeutig identifiziert ist. Alle Beteiligten benötigen ein verwertbares Format für den Rechner, die Adresse ist im 32-Bit-Format und wird IP-Adresse genannt. Damit erkennen sich die Computer untereinander, fühlen sich angesprochen bzw. können angesprochen werden. Da diese Adresse allerdings nicht komfortabel ist, (sie besteht aus einen 32-stelligen Zahlenkombination), wird parallel hierzu eine DNS-Adresse (Domain Name System) verwendet. Der Computer wandelt die DNS-Adresse automatisch in IP-Adressen um. Eine Computeradresse wird immer so gebildet, dass am frei gewählten Namen für den Rechner immer ein Domain-Name angehängt wird.  

Wie setzt sich also eine Internet-Adresse zusammen? Z. B. freigewählterName@psychologie.uni-freiburg.de. Dies bedeutet von rechts nach links gelesen: de = Top-Level-Domain für Deutschland, uni-freiburg = zweites Level für Uni Freiburg, wo auch der Rechner steht, und psychologie = Kurzname der Organisation für den Fachbereich Psychologie, die Teileinheit des Netzes der Uni Freiburg. Die Namen der Rechner bilden auch die Grundlagen für E-Mail-Adressen. Mit der Postanschrift hat man immer eine geographische Zuordnung, im Internet nicht immer. Zwar gibt es hierfür Abkürzungen, wie z. B. de = Deutschland, aq = Antarktis usw.. Es können aber auch Abkürzungen vorkommen, wie com ( für kommerzielle Unternehmen), edu (für Bildungsstätten in den USA) oder net (für sonstige Netzwerke). 

Die Adresse eines Privatanwenders wäre natürlich nicht so lange, sie könnte heißen: rolf.maier@t-online, was bedeuten würde, Rolf Maier hat einen T-Online Zugang. Der Klammeraffe = @, vom engl. at (von attention), wird zur Adressierung gebraucht, und entsteht durch die Tastenkombination Alt GR und Q. 

Vergleichbar ist das Ganze mit unserer Personalausweisnummer. Intern, bei Behörden werden wir unter diesem Nummernnamen geführt. Im normalen Leben, zumindest im momentanen Zeitaltern, werden wir mit unserem Namen angesprochen. Der "freigewählterName" ist unser Vorname und der "Domain-Name" unser Nachname.  

Getümmel im World Wide Web

(erschienen in Bamberg Stadt & Land am 18./19.01.1997) 

Unser Computer ist nun konfiguriert, wir haben unsere Internet-Adresse und begeben uns in das Getümmel. Da das Internet aus einer großen Anzahl verschiedener Dienste besteht, wollen wir uns nun die einzelnen  heraussuchen und ausprobieren: Was ist das World Wide Web? 

World Wide Web, das WWW ist der bekannteste Dienst im Internet, wegen seiner hohen Frequentierung wird er auch "Welt-Weites-Warten" genannt.

Wollen wir das WWW nutzen, so setzt dies die Information der Adresse voraus. In Zeitungsartikel oder Fernsehsendungen wird oftmals auf die Internet-Adresse hingewiesen. Um ins Internet zu gelangen, benötigen wir eine Zugangssoftware, sogenannte Browser. Hiermit können wir uns Zugang zu anderen Rechner verschaffen. Als WWW-Browser gibt es z. B. Netscape WinMosaic oder Cello. Mittels dieser Browser können Sie sich im World Wide Web einwählen und auf alle dort verfügbaren Seiten zugreifen. Alle Browser haben die Möglichkeit, Lesezeichen zu setzen, so dass interessante Punkte markiert werden können, um sie später wieder schnell aufzurufen.  

Starten wir unser Surfen im Internet, so wird zuerst mal die jeweilige Homepage Ihres Poviders geladen. Homepages sind Einstiegsseiten ins WWW-Universum. Teilweise enthalten Sie Hinweise, Bilder, Eingabefelder oder Links zu anderen Seiten des WWW. Da diese Homepages oftmals sehr weit von den lokalen Rechnern entfernt sind, dauert es eine Ewigkeit, bis sie auf unserem Rechner geladen sind. Umgehen kann man dies, indem man das sofortige Laden der Grafik unterbindet. Diese Funktion besitzen die meisten Browser. Anstelle der Grafik erscheint dann ein Symbol, das bei Bedarf angeklickt werden kann, um die Grafik später laden zu lassen.  

Wir starten unseren ersten Selbstversuch im Bürgernetz der Stadt Bamberg und geben die Adresse bamberg.de ein. Die Homepage von Bamberg wird geladen. Wir finden Bilder mit Verweisen auf dem Bildschirm wie Bürgerservice, Wirtschaft, Freizeit-Bildung-Kultur, Umwelt und Aktuelles. Fährt unsere Maus eines dieser Bildchen an, verwandelt sich der Mauscursor, und wir können durch Anklicken das jeweilige Thema aufrufen. Hinter dem Bild "Aktuelles" können wir unter anderem ins Arbeitszimmer des OB’s gelangen und sind schon gespannt, wie es hier aussieht. Doch leider wir unsere Euphorie jäh gebremst, anstelle Herrn Lauer vielleicht lächelnd hinter seinem Schreibtisch sitzen zu sehen, könnten wir ihm ein elektronisches Briefchen zukommen lassen.

Persönliche Adresse „im“ Computer

(erschienen in Bamberg Stadt & Land am 8./9.02.1997) 

Bei unserem Surfen im Bamberger Bürgernetz stießen wir auf die E-Mails-Adresse von Herrn Lauer. Was verbirgt sich hinter der elektronischen Post und wie können wir Ihm einen solchen Brief zukommen lassen? Der am häufigsten genutzte Dienst und auch das älteste Werkzeug im Internet ist die elektronische Post, die E-Mail. Hier haben wir die Möglichkeit, Briefe schnell weltweit zu versenden und zu erhalten.

Mittels unserer Computeradresse, der IP- und DNS-Adresse sind wir von jedem anderen Rechner der Welt erreichbar und können mit dieser Adresse auch alle anderen ansprechen. Für E-Mails reichen diese Adressen jedoch nicht aus. Das Internet befördert Ihr Email zwar bis zu dem anderen Rechner, aber nicht zum Endnutzer selbst. Sie benötigen eine weitere Angabe, die Nutzerangabe. Sie ist Ihr persönliches Postfach.

Die E-Mail-Adressen werden von SMTP-Servern (Simple mail Transfer Protokol = Einfaches Transport-Protokoll) gelesen und dann in Ihr Postfach gelegt. Eine E-Mail Adresse muss daher Nutzer und Server enthalten, z. B. benutzer@t-online. Das Zeichen @, "at" gesprochen, trennt Nutzername und Serverbezeichnung. Das Internet befördert also unsere E-Mails zum SMTP-Server, der sie dann ins elektronische Postfach des Empfängers legt. Erreicht uns eine E-Mail, so kann diese jederzeit von unserem Postfach abgerufen werden. Leider gibt es bisher noch kein elektronisches Telefonbuch, fragen Sie daher Ihre Adressaten direkt nach ihrer Email-Adresse.

Wollen wir nun eine Nachricht elektronisch verschicken, so muss das entsprechende Programm aufgerufen werden. Eine Dialogbox erscheint, in die die Adresse eingetragen wird.  Wie in einem normalen Brief ist auch hier ein Feld für den Betreff vorgesehen.

Danach können Sie Ihren Text schreiben. Dabei ist Folgendes zu beachten. Umlaute sollte man als ae, oe, ue und ss schreiben. Einige Rechner können diese Laute nicht korrekt lesen, und am anderen Ende käme nur Buchstabensalat heraus. 

Die meisten E-Mails werden offline erstellt, d. h. zuerst schreiben Sie Ihren Brief und wenn dieser fertig ist, wird die telefonische Verbindung (online) hergestellt und die Post an den Empfänger verschickt. Wir sind also beim Versenden unserer Nachrichten Zeit und Raum unabhängig. Unabhängig von Briefkastenleerungszeiten und Schalteröffnungszeiten zum Markenkauf. Im Gegenteil zum Fax produzieren wir hiermit auch keine zusätzliche Papierflut oder müssen aufgrund leidiger Papierstaus die Prozedur von neuem starten.

Wurde uns beispielsweise ein Manuskript zur Korrektur per E-Mail übersandt, so können wir dies direkt bei uns am Bildschirm verbessern oder nur eine Antwort formulieren und mit Hilfe von Reply zurücksenden. Eine Text- oder auch Grafikdatei kann also an das E-Mail angehängt werden und bei Bedarf auch vom Empfänger bearbeitet werden.

Im Zeitalter der Online-Kommunikation haben sich einige Zeichen und Ausdrücke eingebürgert, die teilweise aus den Zeiten des Fernschreibers stammen.

Abkürzungen sind z. B. FYI = for your Information (zur Information) oder CU = see you (tschüs). Zum Ausdruck von Stimmungen und Gefühlen werden Smileys verwendet. Diese werden von der rechten Seite her betrachtet: :-) lachen, ;-) Augenzwinkern oder (:-... traurige Nachricht.

Internet Schwätzchen gefällig?

(erschienen in Bamberg Stadt & Land am 15./16.02.1997) 

Das Internet bietet eine Reihe von Diensten, die uns rund um den Globus kommunizieren lassen. Neben unseren elektronischen Briefchen haben wir noch weitere Möglichkeiten uns zu unterhalten. Wer beispielsweise an weltweiten Diskussionen teilnehmen will, findet in „Newsgroups“ oder „Mailing Lists“ ein breites Angebot.

Denkt man bei dem Namen „Newsgroups“ an Fernseh- oder Radionachrichten, so irrt man sich. Es handelt sich dabei um Nachrichten, die von Internet-Teilnehmern selbst verfasst wurden. Hier gibt es Diskussionsgruppen, es existieren derzeit ca. 4.500,  zu den unterschiedlichsten Themen.

Wollen wir diese „Newsgroups“ nutzen, so benötigen wir eine spezielle Software, den „Newsreader“. Schreiben wir eine Nachricht an eine Diskussionsgruppe, so wird diese „posten“ genannt. Ein Newsreader ist mit einem Server verbunden, auf dem alle Gruppen zu finden sind, die dort eingerichtet sind. Diese Server tauschen die Artikel der Newsgroups miteinander aus, so dass eine Auswahl über alle Gruppen getroffen werden kann.

Diskussionslisten (Mailing Lists) können auch abonniert werden, um an einem großen globalen Meinungsaustausch teilnehmen zu können. Ist man Abonnent, so erhält man automatisch alle Nachrichten, die von anderen Abonnenten an die Liste geschickt werden. Um Abonnentin zu werden, bedarf es keiner neuen Software. Die Diskussionen im Internet werden per E-Mail abgewickelt.

Um eine E-Mail-Adresse zu finden, können Sie an LISTSERV@BITNIC.BITNET Schreiben. Hier erhalten Sie alle dem BITNET (Because it`s time-network = weil es Zeit ist, sich zu vernetzen) bekannten Listen. Es ist ein Netzwerk, das 1981 zur Intensivierung der Kommunikation zwischen Unis und Forschungseinrichtungen entstand. Wollen wir einfach nur einen Dialog mit einem Netzteilnehmer in einem anderen Winkel der Erde aufnehmen, so ist Talk ein geeignetes Instrument. Talk ermöglicht es uns eine Unterhaltung via Bildschirm und Tastatur zu führen. Für Konferenzen oder einfach zur Unterhaltung mit mehreren Teilnehmern nutzen Sie IRC  (Internet Relay Chart<-"> = Internet-Schwatz-Überträger). Die Unterhaltungen sind in mehrere Kanäle aufgeteilt, ähnlich wie beim CB-Funk, die jeweils einem bestimmten Thema zugeordnet sind. Starten Sie am einfachsten auf der IRC-Hompage: http://internet.relay.pages.de

Mit Homebanking in die Sackgasse?

 (erschienen in Bamberg Stadt & Land am 1./2.03.1997)

Nachdem wir und das Internet uns etwas beschnuppert haben und das ein oder andere ausprobierten, wagen wir es. Wir schicken unsere erste Überweisung vom Schreibtisch aus, per Computer vielleicht am Sonntag Nachmittag zur Bank. Die notwendigen Formalitäten wurden vorab erledigt. Wir haben unserer Bank den Wunsch übermittelt und eine Online-Nummer sowie ein Kennwort erhalten und etliche Zahlenkolonnen für unsere Transaktionen. Diese Informationen liegen neben uns, und wir sind startklar.

Unser „Internet-Bildschirm“ weißt ein Icon mit  der Beschriften „Geld“ auf, hinter dem sich das Gewünschte verbirgt. Die Verbindung wir rasch aufgebaut, und wir können uns nun zwischen Home-Banking, Aktienanlagen oder Börsenspielen entscheiden. Jede Rubrik ist mit einer Nummer versehen, und wir geben die erforderliche Zahl ein. Ein Fenster namens „Homebanking“ erscheint vor uns, dass uns die Wahl auf der Suche nach unserer Bankverbindung zwischen einer alphabetischen oder direkten Suche lässt. Wagen wir die alphabetische Suche, so müssen wir „nur“ die ersten Buchstaben unserer Bank eintippen. Egal, mit welcher Bank ich es versuche, jedes Mal erhalte ich die Meldung „Kein Eintrag“.

Der Hinweis auf weitere Informationen bringt auch nicht die erhofften Informationen. Probieren wir es also mit der direkten Suche: wer nun Kunde bei Post, Raiffeisenbank oder Sparkasse ist hat Glück. Diese weiteren Kriterien stehen zur Auswahl, des weiter sind aber noch Private und sonstige Banken aufgeführt und das erneute Raten über unsere Bankform kann beginnen. Langsam kommen Zweifel auf. Denn hat man in diesem "Wie komme ich zu meiner Bank" Dschungel" die falsche Fährte gewählt, gibt es keinen Weg zurück, außer den der Anwahl, also dem totalen Ausstieg. Womit das Spiel von vorne beginnt und wir uns hoffentlich den richten oder auch falschen Weg gemerkt haben, um nicht wieder in einer Sackgasse zu landen.

Sind wir endlich glücklich und auch schon etwas erschöpft bei der Bank unseres Vertrauens gelandet, so können wir unseren Kontostand abfragen oder eine Überweisung tätigen. Unsere Online-Nummer und unser Kennwort verschaffen uns den Zugang. Wählen wir die Überweisung, so erscheint ein Formular auf dem Bildschirm, das wir mit den nötigen Daten versehen müssen. Die Angabe an die zu überweisende Bank entfällt, da wir nur die Bankleitzahl eingeben müssen, den Namen setzt der Computer für uns. Eigentlich ganz nett, ist unserer erster Gedanke, aber Vorsicht! Haben wir uns in unserer Euphorie vertippt, beginnt das erneute Spiesruten laufen. Man kann nicht einfach die falsche Zelle mit der Maus anklicken und korrigieren, wie wir im Zeitalter von Windows meinen. Nein, entweder mit der Tabulator- oder den Pfeiltasten müssen wir uns erneut vom Eingabefeld der Bankleitzahl bis zu unserem Fehler durchtasten.

Endlich geschafft, das Formular ist  fehlerfrei ausgefüllt. Mittels einer unserer Transaktionsnummern können wir es freigeben, um die Überweisung ausführen zu lassen. Die Bank bestätigt uns den Empfang dessen und schickt auch noch gleich eine Warnung hinterher. Sollte unser Konto etwa nicht gedeckt sein, werden wir mit 1,50 DM bestraft. Schade eigentlich, dass man hier keine Strafen für die Anwenderfreundlichkeit des Homebankings verteilen kann. 

Kaufen im Internet kann teuer werden

 (erschienen in Bamberg Stadt & Land am 8./9.03.1997)

Wie wäre es, bequem vom Computer aus die neue Frühjahrskleidung oder Wohnzimmereinrichtung zu bestellen. Oder nach Ladenschluss sich noch eine Bettlektüre aus Übersee auszusuchen?  So verlockend dies auch klingt, sollt man doch etwas bedenken. Bei einigen Bestellungen erfolgt die Bezahlung per Kreditkarte. Sie geben bei der Bestellung Ihre Nummer an, und der Betrag wird dann abgebucht. Hierbei ergeben sich Sicherheitslücken, da das Internet nicht abhörsicher ist.

Bei Einkäufen sollte man also darauf achten, dass der Handel wie jeder andere Versandhandel auch funktioniert. Da die ersten Online-Geschäfte sind schon bereit dafür sind unsere Bestellungen entgegen zu nehmen, begeben wir uns auf unseren Einkaufsbummel via Internet.

Unser Bildschirm weist ein Icon "Einkaufen" auf. Von hier aus können wir von Shopping-Centern bis hin zu Versandhäusern eine Auswahl an Geschäften treffen. Shopping-Center, schon allein das Wort reizt, um sich hier das Warenangebot anzusehen. Da Ostern vor der Türe steht beschließe ich in der Kategorie Freitzeit/Geschenke nachzusehen was der Markt bietet. der Punkt "Spiele " scheint mir das richtige zu sein, doch den einzigen Anbieter, der annähernd in die Richtung kommt ist ein Zauberladen. Schauen wir also mal rein. Die Darstellung des Warenangebotes ist wirklich verzaubernd. Meine Enttäuschung ist groß und war mit Sicherheit zu hoch gegriffen. Anstelle die angebotenen Dinge mit Abbildung zu sehen, waren diese nur kurz beschrieben und somit meiner Phantasie überlassen.

Also raus aus den Shopping-Centern und in ein Versandhaus. Wer von uns hat nicht in den letzten Wochen die neuesten Kataloge erhalten. Mal sehen, wie diese per Bildschirm gestaltet sind. In der Kategorie Versandhäuser sind die bekanntesten zu finden und ich schau mal in Burgkundstadt vorbei. Doch weiter als bis an die Pforte komme ich nicht. Da wird doch gleich nach meiner Kundennummer gefragt, und da ich keine habe versuche ich mich vorbei zu schleichen. Treffe aber auch hier wieder auf die nette Meldung. "Kein Eintrag". Das ich hier nichts eintragen kann und auch nicht will weiß ich selbst. 

Dennoch würde ich gerne das Warenangebot sehen, erfolglos. Meine einzige Chance scheint in der Abwahl zu sein und ich begebe mich auf einen anderen Weg. Da ich hoffe, dass die Internet-Adressen der Anbieter mit deren Namen gleichlautend, versuche ich es übers WWW. Und siehe da, meine Quelle war richtig, die Homepage des Versandhauses wir geladen. Sie ist sehr übersichtlich gestaltet und ich kann mir mit einem Stichwortverzeichnis per Mausklick die Auswahl von z. B. Schlafsäcken anzeigen lassen. 

Verschiedene Modelle mit Beschreibung und Preis werden angezeigt. Da mir der Mumienschlafsack am geeignetsten scheint werde ich ihn in meinen Einkaufskorb stecken. Kennen Sie das? Sie stehen im Supermarkt und finden im Einkaufswagen etwas, was Sie mit Sicherheit nicht hineingetan haben? In meinem Internet-Warenkorb ist plötzlich neben meinem Mumienschlafsack auch noch ein Qualitätsmodem von Dr. Neuhaus. Tut mit leid, Herr Dr. Neuhaus, aber da scheinen Sie sich wohl im Körbchen geirrt zu haben. Ich packe noch ein Schlumpfspiel hinzu und will zur Schaltfläche "Bestellen" klicken. Die Summe meines Einkaufes beläuft sich inzwischen auf genau 4.377,90 DM. Ein stolzer Preis für einen Schlafsack und ein Spiel. Nein, denn unter meinen Einkäufen hat sich noch eine Pentium-PC versteckt, vielleicht wieder von Dr. Neuhaus? 

Ich weiß nur, dass ich ihn nicht hineingetan habe. Um sicher zugehen, das mir auf dem "Weg zur Kasse" nicht noch ein paar Artikel untergeschoben werden, breche ich mein Unternehmen ab, und bestelle nach der sich bewährten Methode, per Postkate.

Im Internet mit Captain Kirk

 (erschienen in Bamberg Stadt & Land am 22./29.03.1997)

Unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 1997. Alarmstufe rot. Wir fliegen im WWW durch das Online-Universum, auf der Suche nach Captain Kirk, Mr. Spock und Pille. Alle Star Trek Fans (Trekkies) möchten sich sofort online begeben, wir brausen heute im Internet dem Raumschiff Enterprise entgegen." Damit ist jetzt Schluß, wir brauchen nicht mehr die ganze Woche auf den ersehnten Samstag zu warten, um den Folgen von Raumschiff Enterprise entgegen zu fiebern.

Das Star Trek Universum ist international. <\\>ber den ganzen Globus verstreut finden wir Einstiegspunkte ins Internet. Suchen wir deutsche Informationen, so sind die besten Netzeinstiegspunkte in Deutschland, Österreich oder in der Schweiz zu finden. Wir wählen den Einstieg über den UFP-Terminal (UFP= United Federation of Planet - die Vereinte Föderation der Planeten) von Ronald Bieber, mit der Adresse http:///coli.uni-sb.de/~robi/UFP. Das Sternenflotten-Symbol begrüßt uns am Bildschirm. Von hier aus können wir Informationen zu Lebensformen, Raumschiffen, Sternensystemen Schauspieler und einfach alles über Star Trek abfragen. Und wer ein echter Trekki ist kann sich im Gästebuch verewigen.

Wie geht es weiter in der nächsten Voyager-Staffel?" wer die Spannung nicht mehr länger erträgt, findet auch hierzu antworten. Doch mehr soll nicht verraten werden, biemen Sie doch mal rüber!

Wir werden nun versuchen eine Hintergrundgrafik für den Windows 95-Bildschirm downloaden, um etwas mehr Pep auf unseren Computer zubringen, und den uns inzwischen langweiligen Bitmaps ein Ende zusetzen. Die FU-Berlin hält ein riesiges Archiv für hunderte von Klängen, z. B. Sprüchen von "Pille" und Grafiken bereit. Wessen PC mit einer Soundkarte ausgerüstet ist, kann sich hier reichlich bedienen. über die Adresse ftp://ftp.FU-Berlin.DE/misc/Sf/startrek/ landen wir in diesem Universum. Im Unterverzeichnis pictures sind nach Serien geordnet eine Vielzahl von Bildern. Zwar gibt es hier keine Vorschau dazu, aber anhand der Dateinamen können wir uns für eine Grafik entscheiden. Angeboten werden das Star Trek Logo, Raumschiffe und alles was zur Serie gehört. Haben wir ein passendes Hintergrundbild für uns gefunden, wird diese über DATEI - SPEICHERN UNTER herunterladen.

Wem die hier gefundenen Grafiken nicht genug sind kann sich unter der Adresse: http://netshop/Startrek/web/Pictures.html umsehen. Neben vielen Bildern findet man hier auch Verweise auf weitere Archive. Um die Grafik jetzt endlich auf unserem Rechner einzubinden muß diese erst in das richtige Format gebracht werden, denn sie hat die Endung *.gif und Windows Hintergründe die Endung *.bmp. Eine Möglichkeit besteht über das Grafikprogramm Corel Draw. Hier kann die Grafik in ihrem Dateiformat mit der Funktion "Importieren" eingelesen werden. Durch "Exportieren" dann zur *.bmp Datei gemacht werden. Beim "Exportieren" kann man die heruntergeladenen Datei gleich in das Windows-Verzeichnis hineinspeichern, wo sich alle bereits im Lieferumgang vorhandenen Hintergründe von Windows 95 befinden.

Der Count-down läuft. über die Systemsteuerung klicken wir das Icon Anzeige an und wählen unsere Star Trek Grafik: James T. Kirk und Spock haben sich auf unseren Bildschirm gebiemt.

Sturzflug in die Urlaubsbuchung

 (erschienen in Bamberg Stadt & Land am 12./13.04.1997)

Nicht nur die allabendlichen Werbeaufrufe im Fernsehen "Schatz, hast Du schon gebucht?", auch das gar grausliche Wetter wecken Sehnsüchte in uns: der Sonne entgegen fliegen! Wie kann man also die verregneten Tage besser nutzen, als sich an den Computer zu setzen und via Internet den passenden Urlaub heraussuchen!?

Anstelle von Reisebüro zu Reisebüro zu hasten, Papierfluten über uns ergehen zu lassen, probieren wir's gleich mal bei TUI unter der Rubrik Angebote. Je nach Bedürfnis kann man nur einen Flug, oder gleich Flug mit Hotel buchen. Mal sehen, was an Flügen so im Angebot ist: glatte 1782 Stück, so bringt uns der Bildschirm in roten Ziffern sind noch frei und somit günstig zu haben. Wir sollen nur unseren Abflughafen, das Reiseziel, die Reisedauer sowie das Preislimit angeben, und schon wir uns eine Auswahl unterbreitet. 

Sagen wir mal, wir starten von Frankfurt aus, wohin ist egal. Der Rechner rattert und wir erhalten von ihm die Auskunft, dass sich die Angebotszahl auf 221 verringert hat und wir uns nun unser Urlaubsziel aussuchen sollen. Doch sowohl über die Auswahl Reisen als auch über Länderinfos ist es uns nicht möglich Information über den Preis eines Fluges in die USA zu erhalten.

Unsere Internetreise bringt uns zu einem anderen Anbieter, denn "Neckermann macht's möglich", so heißt es. Wir gegeben uns also in sein Online-Reisebüro und bekommen hier die Telefonnummer von Neckermann und eine Übersicht aller Zweigstellen, an die wir uns gerne telefonisch wenden können, aber eben nur nicht per Internet. Aus der Traum vom sonnigen Süden Floridas? Da wir bei einschlägigen Anbietern nicht fündig wurden lassen wir uns über eine Suchmaschine alles zum Thema Urlaub auflisten und finden neben "Urlaub auf dem Bauernhof", "Urlaub international" und den "Internet-Reiseführer". Die angewählte Datenbank verspricht 500.000 Flüge günstig anbieten zu können und verfügt ebenfalls über eine Rubrik Angebote. Immer noch ist unser Ziel Florida und wir geben auch hier die gewünschten Daten ein: Abflughafen, Reiseziel und Reisedauer. Je nachdem, ob wir in Miami oder Orlando landen wollen erhalten wir eine Liste von verschiedenen Fluggesellschaften.

Ungefähr je zehn Flüge werden uns angeboten, die sich einmal preislich, in der Gültigkeitsdauer des Tickets und im Flugplan unterscheiden. Auch lässt sich gleich am Bildschirm überprüfen, ob der Flug verfügbar ist. Falls nicht wird uns eine Liste mit alternativen Flugterminen übermittelt. Ist das Passende dabei, kann direkt per Computer gebucht werden. Zwar wird hier nicht mit bunten Bildern und sonnigen Reiseslogans geworden, dafür ist aber eine Buchung per Internet in unser Traumreiseziele möglich.

Mit der Lindenstraße im Internet

(erschienen in Bamberg Stadt & Land am 19./20.04.1997)

Woche für Woche überschlagen sich die Ereignisse. Jeden Sonntag zehn nach sieben sind wir wieder ratlos und fiebern einer neuen Episode entgegen, bis sie wieder ertönt, die Titelmusik zur Lindenstraße. Wir haben noch so viele Fragen an Mutter Beimer. Und um Antworten zu finden, gehen wir im Internet online mit ihr.

Wird sich unser Herzenswunsch erfüllen? Können wir mit Helga per E-mail kommunizieren? Die Internet-Adresse: http://www.wdr.de/tv/lindenstrasse ist rasch eingetippt und unsere Herz klopft ganz wild, denn als Homepage der Lindenstraße pocht uns ein selbiges entgegen. Um noch richtig in Ekstase zu geraten, klicken wir das Button mit der "Titelmusik" an und tanzen erst mal Walzer um unseren Computer. Endlich ist es so weit, ab jetzt ist jeden Tag Sonntag zwanzig vor sieben.

Eine reiche Auswahl für einen echten Lindenstraßen-Fan wird hier geboten und wir klicken, denn wir ertragen die Spannung nicht länger den Button „Vorschau“ an: Jeden Montag wird diese Rubrik aktualisiert und wer will, kann schon mal erfahren, wie's in der nächsten Folge z. B. mit Gabi und Phil weitergeht. „Szenenfotos“: Haben Sie die letzte Sendung verpasst, dann können Sie sich hier die Highlights der letzten Woche mit ausführlicher Beschreibung anschauen und auf Bildschirmgröße zoomen.  Drei für die Folge gravierende Szenen werden uns eingeblendet.

„Spy Cam“: Was mag sich wohl hinter der Spionagekamera verbergen? Aha, die Schauspieler haben in den Drehpausen die Möglichkeit am Pausenraum-Computer zu surfen. Eine Kamera bringt uns alle zwei Minuten eine Liveübertragung. Wir klicken gespannt auf unserem Bildschirm, aber leider weder Hansemann noch Onkel Franz lächeln uns am. Klar, am Wochenende wird ja nicht gedreht, dafür schickt uns Konfuze den Spruch der Woche.

Eine Goldgrube an Informationen sind die „Fan E-mails“. Ob es um Fragen frühere Sendungen geht, wie "Was hat Phil mit Benno`s Tod zu tun?" Ober, wie`s denn weitergehen soll mit Amelie, wenn Prienitz aus dem Leben scheiden .. . Hier gibt es auf alles Antworten, wenn echte Linde-Fans ihr Wissen austauschen, auffrischen oder gar Zukunftspläne schmieden. Ähnlich wie in Newsgroups kann man per E-Mails seine Fragen stellen oder Vorschläge für den Drehbuchautor übermitteln. Unter „Tips und Termine“ ist alles über jedwede Veranstaltung rund um die Lindenstraße, Literatur, und Sendetermine zu finden. Ebenso, wie man sich um eine Statistenrolle bewerben kann - beim Arbeitsamt Köln. Voraussetzung hierfür ist leider, Wohnsitz in, oder um Köln. Wer seinem Lindenstraße-Hauptdarsteller Fanpost zukommen lassen will, findet hier die Postadresse, also per E-mail mit Mutter Beimer nichts zu machen.  Macht aber nichts. Denn hier gibt für echte Fans noch genug zu entdecken. Was auch natürlich nicht fehlen darf, „Souvenirs“: Unser Rechner meldet "Willkommen im LindenShop".

Hinter dem Button „Zur Person“ wird pro Woche ein Hauptdarsteller mit Bild vorgestellt, so dass wir unsere Lieblinge auch mal privat kennen lernen, seit wann sie dabei sind, und in wie weit sie sich zu der von ihnen gespielten Person unterscheiden. Im „Archiv“ zu stöbern scheint spannend zu werden. Hier sind neben dem Lindenstraße-Rückblick die Spy-Cam Bilder archiviert und man kann Schnappschüsse von Helga und Hansemann, oder Benny`s WG erheischen. „3 Fragen“, hier verrät uns Gaby ihr Geheimnis: im richtigen Leben sind weder Andy noch Phil so ganz ihr Typ Mann. Unter der Rubrik „Presse-Infos“ erfahren wir, warum Amelie und Priesnitz ihre eigenen Nachnamen behielten (der Briefkasten war für einen Doppelnamen zu klein), und wieso sich die beiden auch nach ihrer Vermählung noch Siezen - alter deutscher Adel verpflichtet eben.

Autokauf per Internet - Kaufen nur beim Händler

(erschienen in Bamberg Stadt & Land am 26./27.04.1997)

Wer kennt ihn nicht, Wiegald Boning, mit seiner Autowerbung. Ein Mausklick: das Auto wird in einen anderen Farbe gezeigt, ein Mausklick: Kinder und Kegel zeigen die Menge des Kofferraumplatzes an und Klick, Boning ist weg.

Da wir am Fernseher leider nicht selbst klicken können, was liegt da näher als es im Internet zu probieren. Lassen wir uns doch erst mal die Autos mit ihrer Ausstattung in Ruhe daheim vorführen, bevor wir den Händler um die Ecke aufsuchen.

Mal sehen, was vielleicht Renault zu bieten hat. Mit der Adresse http://www.renault.de stehen wir schon mitten in deren Verkaufsraum und werden mit dem Werbeslogan "Autos zum Leben" begrüßt. Um uns ein Modell vorführen zu lassen, wählen wir mit der Schaltfläche "Modelle auswählen" unser Wunschauto. Ein roter Rapid soll es bitte schön sein. Wir klicken auf das Modell Rapid und werden weiter in dessen Abteilung geführt. Leider ist rot gerade aus, aber in strahlendem weiß präsentiert sich uns das Gefährt am Bildschirm. So entschlossen wir auch auf die Grafik klicken, weder Türen noch Kofferraum lassen sich öffnen. Schade, Wiegald, so einfach geht's wohl doch nicht. Aber die Schaltfläche "Ausstattung" wird uns darüber Aufschluss geben. Eine lange Liste über Serienmäßige- und Sonderausstattung erscheint. In welchen Farben dieses Modell lieferbar ist.  Alles ist fein säuberlich am Bildschirm nachzulesen. Ebenso können wir über den Mausklick auf "Preise" erfahren, was das gute Stück denn nun kosten soll.

Alles ist ausgesucht, und wir wollen auch gleich bestellen, denn unsere alte Mühle gibt nicht mehr viel her. Also Herr Renault, einmal den roten Rapid bitte schön, gleich zum Mitnehmen. Wir klicken links und rechst, doch kein Warenkörbchen erscheint. Wir können nur von hier aus ein E-Mail an Renault schicken, um uns Informationsmaterial zu senden zulassen, aber bestellen, geht leider nur beim freundlichen Renault-Händler um die Ecke.

Da wir dennoch fest zum Kauf entschlossen sind, rein in einen anderen Laden. Da der Trick mit der Adresse nicht immer klappt, meistens ist der Firmenname mit der Adresse gleichgesetzt, können wir weder bei Mazda oder Toyota vorbeisehen und entscheiden uns für ein Auto der gehobeneren Klasse. 

Einen BMW Coupe der 8er Reihe. Hier ist das Ganze im Internet schon wesentlich komfortabler ausgestattet. Wir wählen ebenfalls das gewünschte Modell aus und können es am Bildschirm individuell gestalten. Entscheiden wir uns z. B. für die Außenfarbe Calypsorot, so bringt uns BMW Kombinationsmöglichkeiten zur Innenausstattung in Farbe und Material. Naturleder Buffalo in Anthrazit würde bestimmt mit Calypsorot harmonieren und ist per Mausklick auszuwählen. Über die Schaltfläche "weiter" kann das ausgesuchte Auto dann in der gewünschten Farbkombination am Bildschirm vorfahren und wir gewinnen einen ersten Eindruck über unsere Auswahl. Einmal steht unser zukünftiges Coupe leger von außen am Straßenrad, ein anderes Foto zeigt die naturlederne Innenausstattung. Sonderausstattung? Kein Problem! Entscheiden wir uns beispielsweise  für ein Sportlenkrad mit Airbag, so wird uns auch hier per Mausklick eine Grafik dieses Details mit Beschreibung übermittelt und wir erhalten schon mal eine Vorstellung von unserem zukünftigen neuen Wagen. 

Guten Appetit mit dem Internet

(erschienen in Bamberg Stadt & Land am 10./11.05.1997)

Letzten Samstag haben wir beim Mexikaner mal wieder so richtig geschlemmt. Neben all den vielen mexikanischen Leckereien wurde  eines zu unsere Laib- und Magenspeise Nummer eins erklärt: Enchiladas. Da der nette Koch uns leider sein Rezept nicht verraten wollte, greifen wir zu Hause zu Mutterns Kochbuch. Hier finden wir zwar die gute alte Leberknödelsuppe und so manch anderes Schmankerl, aber kein Enchiladas-Rezept. Da diese Köstlichkeit aber schon auf dem Speisezettel für unsere nächste Feier steht und wir unbedingt dies Geheimnis lüften wollen, heißt es: also nichts wie hin an den Computer und ab ins Internet.

Wir geben über eine Suchmaschine das Strichwort "Enchiladas" ein. Unser Computer findet über 2.000 Einträge. Angefangen von "Easy Enchiladas" über "Low Fast Enchiladas" bis hin zu "Enchiladas de Carne". Uns läuft schon das Wasser im Mund zusammen! Wir blättern weiter und sind von den Rezepttiteln überwältigt, doch leider lässt sich kein einziger in deutsch darunter finden. Das würde also heißen, das Englischlexikon neben den Herd und losgekocht. 

Trotz gewissen Sprachbarrieren entscheiden wir uns dennoch für ein Rezept und lassen über DATEI-DRUCKEN die  Easy Enchiladas" aufs Papier bringen. Wenige Sekunden später haben wir es schwarz auf weiß. Und uns ist ganz schwarz vor Augen, wegen der vielen unbekannten englischen Vokabeln. Zwar haben wir jetzt das gesuchte Kochrezept, aber eventuelle wäre doch ein Englischkurs vor dem Kochkurs angesagt.

Da kommt die rettende Idee. Wir schauen mal was uns unter dem Stichwort "mexikanische Küche" angeboten wird. Neben einer Auswahl zahlreicher Restaurants ist auch ein Link zu finden, das vielversprechend klingt: "Essen & Trinken, Lecker, lecker..." . Per Mausklick stehen wir vor strahlend roten Tomaten, grünen Paprikas und allerhand Gemüse und lesen in großen Lettern: "Lecker, lecker. Links zu den Gaumenfreuden der Welt." Das Kochbuch auf unserem Bildschirm ist länderspezifisch aufgeteilt und wir wählen "mexikanische Küche". 

Weiter klicken wir auf "online Kochbuch" und sind somit schon mitten drin. Hier können wir uns ein Inhaltsverzeichnis anzeigen lassen. Unter einer Menge von Vorspeisen, Hauptgerichten oder Dessert wählen. Der schnellste Weg scheint aber das Link "Stickwortverzeichnis" zu sein und unsere Maus bringt uns eine meterlange Liste am Bildschirm. Alles was Gaumen und Magen erfreut ist hier katalogisiert. Mit den "Gaumenfreuden der Welt" hat man uns also nicht zu viel versprochen. 

Bei "E" Angelangt, steigt die Spannung, da ist es: "Enchiladas `Jose". Und, fast wie ein kleines Wunder, erscheint nach unserer ersten Enttäuschung unser gesuchtes Rezept in deutscher Sprache am Bildschirm. Begeistert lassen wir es drucken und haben, wie es sich gehört, fein säuberlich in Zutaten und Zubereitung aufgeteilt das `Enchiladas Jose`- Rezept vor uns liegen. Guten Appetit!

 

Zärtlichkeit und Strähnchen im Internet

 (erschienen in Bamberg Stadt & Land am 17./18.05.1997)

Sommer, Sonne, bei 30°  faul im Schatten liegen. Sei's im Schwimmbad oder auf der heimischen Terrasse, da darf eine leicht berieselnde Lektüre nicht fehlen. Wir begeben uns zum nächsten Kiosk und der Kampf beginnt. Bella, Brigitte, Freundin, Elle jede dieser Zeitschriften hat tolle Schlagzeilen und die Wahl der Wahl beginnt. Wo bekommen wir wohl die richtige Unterhaltung geboten?

Wir durchblättern das ein oder andere Blatt und sehen schon den Argwohn des Kioskinhabers in unseren Augenwinkeln. Dieser tut gerade, als würden wir die Zeilen heraus lesen. Wie wäre es , wenn wir uns via Internet eine Vorschau der bunter Print Medien holen, um so dann zielstrebig die unsrige zu erstehen?

Wir starten unseren Computer und versuchen es bei "Freundin". Auch hier wurde die Adresse mit dem Namen gleichgesetzt und wir landen mit der Adresse: http://www.freundin.com im Online-Kiosk: "Der schnell Klick zu mehr Information, mehr Lebensfreude und Entertainment" - mit diesen Worten begrüßt uns "Freundin". Ganz nebenbei werden wir gleich am Eingang darauf hingewiesen: Heftbestellung nach Hause in unseren Briefkasten ist per online natürlich möglich. Über das Link "Hallo Freundin" erfahren wir, worum es in der aktuellen Ausgabe geht: Krepp-Strähnchen, Zick-Zack-Scheitel - tolle Effekte schnell gezaubert, Zärtlichkeit ist angesagt und wie wir Krankheiten vorbeugen können. Wer schon mal wissen will, wie Ulli Steins neuester Cartoon aussieht, kann in sich sogleich online auf dem Bildschirm holen.

Das Link "fashion" lässt die Herzen vieler höher schlagen: Der Kult-Klassiker Jeans kommt im neuen Look, ultralässig bis soft feminin. Na wenn das nicht schon Grund genug ist, die Zeitschrift zu kaufen. Doch wir schnuppern erst mal weiter, was uns die Beauty-Rubrik rät: "Tolle Tipps und dufte Trick, die Sie noch attraktiver machen." Wie soll denn das noch gehen, denken wir uns selbstbewusst. Dennoch neugierig geworden klicken wir hier weiter und ... Lust auf Sonnenbad, wenn nur die Haut nicht so rau und rissig wäre.. Gut, unter Freundinnen darf man Kritik anbringen, aber muss es denn gleich so direkt sein? Kopfschüttelnd wenden wir uns ab und klicken "facts" an. Omas Hausmittel sind auch im Internet-Zeitalter nicht vergessen ist hier nachzulesen. Wir wollen gleich mal sehen, ob wir hier den ein oder anderen Tipp gebrauchen können. Ein Klick auf "Omas Hausmittel" und wir erfahren, Oma verordnet Hühnersuppe gegen Schnupfen. Da wir bei dieser Jahreszeit damit nicht rechnen, klicken wir weiter zu "Mückenstiche", da dies uns in ferner Zukunft betreffen könnte: möglichst schnell eine frisch aufgeschnittene Zwiebelhälfte auflegen, gut wir werden es ausprobieren.

Freundins Jobbörse hat vielleicht auch einen interessanten Ratschlag für uns. Hier geben Experten Tipps zur richtigen Bewerbung und, bei wem Ebbe in der Kasse herrscht kann hier einen lukrativen Nebenjob finden. Von der Messehostess bis zum Kurierfahrer - lauter Jobs, die unsere Kasse aufbessern könnten. Für jeden ist etwas dabei. Klicken wir einen der hier angegeben Jobs an, bekommen wir von "Freundin" eine Stellenbeschreibung und natürlich die Kontaktadresse zur Bewerbung.

Ist ja eine ganze Menge drin in der aktuellen Ausgabe. Aber liebe Leserinnen und Leser, im muss nun los zum Kiosk und mir "Brigitte" kaufen, denn was in "Freundin" steht habe ich ja gerade gelesen.

Das Geheimnis der E-Mai-Abfrage

(erschienen in Bamberg Stadt & Land am 14./15.65.1997)

Wie bitte? Diese Frage lässt sich auf viele Bereiche des Lebens beziehen. Da wir uns aber über Internet unterhalten wollen, schränkt sich dieser Bereich doch sta rk ein. Wie bitte funktioniert es, wenn ich mir Informationen per E-Mail holen will?

Sie erinnern sich bestimmt, dass in vielen Radio- oder Fernsehsendungen auf die Faxnummer hingewiesen wird, unter der Sie sich zum gerade aktuellen Thema dies per Faxabfrage zukommen lassen können: Sie müssen Ihr Fax nur auf Empfang stellen, die Nummer eintippen. Toll, diese Nummer wir immer dann im Radio durchgegeben, z. B. während wir mit dem Auto unterwegs sind. Ohne Beifahrer, ohne Diktiergerät, also dann auch ohne die nötige Faxnummer. Im Zeitalter des Internet, kann man Information bei manchen Sendungen per E-Mail abholen. Wir wollen heute dies Rätsel lösen. Wie bitte gehen E-Mail Abfragen, z.B. zu der Sendung "Wie bitte?"

Wer die Sendung am Samstag den 28.05.97 auf RTL gesehen hat, dem ist sicher die eingeblendete E-Mail Adresse nicht entgangen: wie.bitte.info@endemol.de . Geerd Müller-Gerbes und sein Team moderierten über alles rund ums Auto und versprachen uns weiter nützliche Tipps, die einfach online zu uns auf den PC kommen.

Wir schicken also ein Briefchen an die genannte Adresse, mit der Bitte uns diese Infos auf dem heimischen PC zu senden. Wie lange wird es wohl dauern, bis wir Antwort erhalten? Der Versand unserer Bitte ging zumindest schneller als per Fax, da wir hier nicht auf das Besetztzeichen der Telekom stoßen. Rund 30 Minuten sind vergangen, wollen wir doch mal sehen, ob in unserem Internet-Postfach bereits Antwort ist. Das ging aber rasch. Wir öffnen unser Briefchen zum Lesen und als Headline erscheint: "Augen auf beim Autokauf". Bereits beim Laden des E-Mails war zu erkennen, dass dies etwas Längeres sein musste. Um den Text zu Papier zubringen, haben wir nun zwei Möglichkeiten. Über die Schaltfläche "Drucken" lässt sich der Text direkt aus dem E-Mail Fenster drucken, oder wer in weiter am Computer bearbeiten will, kann über "Speichern unter" ihn als Textdatei auf seiner Festplatte hinterlegen, um ihn dann in einem beliebigen Textverarbeitungsprogramm auf zurufen.

"Wie bitte" informiert uns über den Autokauf von Neuwagen, Gebrauchtwagen, Versicherung rund ums Auto, Unfallflucht und über die neue Kfz-Steuer , die mit dem 1. Juli 1997  in Kraft tritt. Wer nun den Weg über sein Textverarbeitungsprogramm gegangen ist, kann die für ihn nicht interessanten Themen herauslöschen und sich nur das Benötigte drucken.

Die Harald Schmidt Show im Internet

(erschienen in Bamberg Stadt & Land am 21./22.6.1997)

Wer kennt ihn nicht, fast jeden Abend live aus dem Capitol: Harald Schmidt. Und wer ein eifrige Fan ist, dem ist auch nicht entgangen, dass stets seine Internet Adresse eingeblendet wird: http://www.harald.schmidt-show.de/. Und so manch treuer Zuschauer musste sich gerade in den letzen Tagen entscheiden: ein kühles Nass auf Bamberger Bie rk ellern oder rasch heim vor die Mattscheibe, um nur keine Sendung verpassen. Doch Dank Internet ist dies ja nun kein Problem mehr, hier erfahren wir vielleicht was wir gestern verpassten, oder uns morgen fesseln wird.

Schmidts Homepage muss unsere Frage geahnt haben: "Wer kommt heute Abend, in den nächsten Tage und wer war schon bei Harald Schmidt?" Wie beim Adventskalender ist auch hier nur das Türchen für den nächsten Tag spannend, und wir spitzen schon mal.

Bald will Susi Erdmann, die Königin der Eisrinne Harald ihre erotische Seite zeigen, kann ja spannend werden. Harald, sei dir sicher, wir werden sehen, ob Susi da war. Klicken wir mal ins Archiv und sehen nach, der schon alles als eingeladen war. Eine ellenlange alphabetische Liste von Adams Orleta bis Zietlow Sonja rollt über unseren Bildschirm. Hier kann jeder etwas über seinen Star erfahren. Aha, Reinhold Messener hat auch schon das Capitol erklommen, und per Mausklick auf seinen Namen erfahren wir, dass diese Bergsteigerlegende als einziger Mensch die 14 höchsten Gipfel der Welt erklommen und sich im Capitol auf Yetisuche befand. Sollte Harald etwa eines dieser unheimlichen Bergwesen sein? Am unteren Bildschirmrand sind weitere interessante Schaltflächen zu finden: Gäste, Schmidt, Crew, Gästebuch, Frisch gefischt und natürlich darf der Klatsch nicht fehlen. Unser Mausklick auf "Schmidt" bringt uns zu Harry`s Modenschau. Da der arme Mann ständig von coolen Models umgeben ist, liegt’s nah, dass er sich auch mal selbst als Dressman versucht.

Hier haben wir auch die einmalige Chance, unsere ganz persönlichen Fragen an Harald zu stellen: Harald begrüßt uns: Hallo, na was wollen Sie wissen? Darauf war ich nicht vorbereitet überlege mit krampfhaft etwas, fragen wir ihn mal welches Auto er fährt. Tja reingefallen. Wer nun hoffte, dass Harald wirklich via Internet mit uns talkt wir enttäuscht sein.

Die Antwort hat zwar etwas mit Autos zu tun, irgend so ein Ulli hat seinen Porsche gegen den Baum gesetzt, aber nicht mit Harald. Ich versuche es ein zweites mal, und formuliere meine Frage genauer: Welche Automarke fahren Sie. Uns jetzt reißt Harald das Ruder an sich. Ob ich mir etwas vor mache, will er wissen, und wieso ich soviel Rechtschreibfehler mache. Endlich durchschaue ich das Ganze, hat trotzdem Spaß gemacht, Harry, ein bisschen mit dir zu talken.

Klicken wir das Button "Gästebuch" an, können wir uns hier selbst verewigen oder auch nachlesen, was so an E-Mails geschickt wurde. Zensur, Lob, Liebeserklärungen alles an und für Harald ist hier zu finden. Was verbirgt sich wohl hinter "Frisch gefischt"? Entzugserscheinungen? - werden wir ganz direkt angesprochen, hier kann man die besten Sprüche aus den letzten Sendungen nach lesen. Und wem das nicht genug ist kann in der "Schatztruhe" stöbern und sich herunter gewünschtes herunter laden. Bilder von Harald, seine Gästen, Sounds, alles was sich so im Laufe seiner Sendung angesammelt hat wird hier archiviert und liegt zum Abholen für uns bereit.

Endlich sind wir beim letzten und wohl auch interessantesten Button angelangt "Klatsch". Hier ist der Platz für diejenigen, die schon immer mal was sagen wollten. Jedem dem etwas zur Show, über Harald Schmidt oder auch sonnt was einfällt, kann sich hier zu Wort melden und eifrig mit diskutieren. Der Diskussionsleiter ist  ein gewisser Herr Klatschmeister, der per E-Mail alles gerne entgegen nimmt. Mal Hand aufs Herz Harry, da steckst doch Du dahinter?

Das Wetter - und - Woher kommt die Bauernregel?

(erschienen in Bamberg Stadt & Land am 28./29.06.1997)

„Wann wird's mal wieder richtig Sommer“, sang schon Rudi Carell. „Regentropfen, die an mein Fenster klopfen“, singt so manch einer von uns Tag für Tag. Doch wann dies endlich ein Ende haben wird kann uns keiner der bekannten Wetterfrösche sagen. Da das Internet das Informationsmedium schlecht hin ist, kann nur noch es uns helfen.

Beim Stichwort Wetter werden Tausende von Einträgen gefunden, aber wem kann man heute schon noch glauben, am ehesten wohl den guten alten Bauernregeln. Jeder von uns kennt die ein oder andere, aber wissen wir auch, woher sie kommen? Das Internet gibt Aufschluss darüber: Schon im letzten Jahrhundert, als es noch keine Medien wie Rundfunk und Fernsehen gab, mussten speziell Bauern und Landwirte eine Möglichkeit finden das Wetter besser vorhersagen zu können. Also beobachteten Sie sorgfältig das Wettergeschehen über viele Jahrzehnte hinweg und schrieben diese Beobachtungen nieder. Aus diesen Aufzeichnungen entstanden dann nach und nach die Bauern- und Wetterregeln. Die Bauernregel für Sonntag, den 29.06. wäre: Schön zu St. Paul, Fällt Scheune und Maul. Leider ist keine Bauernegel zu finden, die uns schönes Wetter am Sonntag prophezeit, nur wenn es da schön ist, dann....

Wer sich doch lieber auf unsere Wetterpropheten verlassen will, wir auch hierbei im Internet bedient: Flora bietet uns neben der Wettervorhersage auch noch Tipps für Hobbygärtner. Wann der Sommer allerdings endlich kommt kann auch sie uns nicht sagen, nur dass es erst mal weiter zu Regenfällen kommt und wir uns bei Höchsttemperaturen von 20 erfreuen können, wobei es sich bei der Temperaturangabe mit Sicherheit um einen Druckfehler handeln muss. Wann die Sonne bei uns vorbei schaut und sich der garstige Regen endlich verzieht,  weiß auch sie nicht.

Gut, vielleicht ist Flora ja mit ihren Gartentipps besser: Die Rhabarber- und Spargelzeit geht ihrem Ende entgegen. Gleichzeitig erhalten beide Kulturen die für Ihren Austrieb notwendige Düngergabe. Rhabarber benötigt im Abstand von 4 Wochen je 60 bis 70 Gramm Volldünger pro Quadratmeter. Spargel begnügt sich mit 2 Gaben von 40 bis 50 Gramm Volldünger, im Abstand von 4 Wochen. Beide Kulturen sind für eine Abdeckung mit Kompost oder gut verrottetem Stallmist dankbar. PS: Vergessen Sie nicht, bei Trockenheit ausreichend zu wässern. Das gilt besonders für den Rhabarber.

Naja, so wie es aussieht brauchen wir uns darum keine Sorgen machen, es kommt genug Nässe von oben.

Energie sparen mit dem Bundeswirtschaftsministerium

  (erschienen in Bamberg Stadt & Land am 12./13.07.1997)

Energie sparen, eine Thematik, die einen meist erst im Winter so richtig interessiert. Da schmelzen die Heizkosten nur so in die Höhe, und das Thema wird aktuell. Da unser Sommer mal wieder keiner ist, und Energiesparen nicht nur bei den Heizkosten möglich ist, wollen wir dieses Thema heute per Internet aufgreifen.

 Viele von Ihnen kennen sicherlich die hilfreichen Broschüren des Bundeswirtschaftsministerium, die es zu vielen Lebenslagen gibt. Diese Infobröschüren können per Internet bestellt werden, oder zum Teil auch heruntergeladen werden, so dass manch nützlicher Tipp gleich in die Tat umgesetzt werden kann.

Mit der Adresse: http://www.bmwi.de sind wir auch schon vor Ort. Hier können wir von der Homepage aus mit dem Link Themenschwerpunkte/Informationmaterial gleich zu einer Übersicht aller bereits erschienenen Broschüren surfen. Die gewünschten Broschüren können per Mausklick bestellt oder zum Teil heruntergeladen werden. Ebenso werden wir darüber informiert, dass die Dateien nach dem downloaden entpackt werden müssen und als Word 2.0 Dokumente dann auf unserer Festplatte gespeichert sind. Das hier angebotenen Informationsmaterial reicht von Allgemeinen wirtschaftlichen Informationen bis hin zu Außenwirtschaftsinformationen.

Klicken wir auf das Link Energiesparen können wir unter verschiedenen Schwerpunkten, wie z. B. Energiesparen im Haushalt oder Energiespartipps für Kid auswählen. Einfach das Gewünschte anklicken und "Bestellung speichern" wählen. Ähnlich wie auf einer Postkarte muss noch unsere Adresse eingetippt werden, und ab geht die Post.

Wem dies zu lange dauert und wer an einem kleinen Spielchen interessiert ist, kann sich den Energiemanager, ein Computerspiel downloaden. Haben wir die Datei auf unserer Festplatte, muss sie erst einmal entpackt werden, denn die Datei ist bei uns in gepresster Form angekommen. (Man kann dies mit den Handtüchern vergleichen, die zusammengepresst handlich klein gekauft werden, und dann in Wasser gelegt werden müssen, um ihre Größe zu erhalten) Hierzu dient z.B.. WinZip. Dieses Programm, kostenlos im Internet erhältlich, entpackt unser heruntergeladenes Spiel.

Beim Starten des Spieles erscheinen übergelaufenen Kochtöpfe und glühende Heizkörper und endlich die ersehnte Schaltfläche "Spielanleitung". Mit einen kurzen Mausklick auf "Ja" hoffe ich zu erfahren, worum es hier geht und was das Ziel des Spieles ist. Aber schon geht es weiter: Wählen Sie die Anzahl der Spieler! Ich klicke die Ziffer 1 an und komme zum nächsten Bildschirm, wo Spielername und die Restaurantart erfragt werden. Ich kann ich zwischen einem deutschen, italienischen und asiatischen Restaurant wählen. Und so sehr ich auch wähle, es passiert nichts. Weder wildes klicken auf die Schaltfläche EXIT noch gutes Zureden hilft weiter. Minuten vergehen und die Stadtwe rk e haben mit Sicherheit ihre Freude daran, dass unaufhörlich meine Stomzähleruhr weiter läuft. Jetzt habe ich es begriffen was Energie sparen bedeutet: auf keinen Fall Spiele vom Bundeswirtschaftsministerium herunterladen

 

© Susanne Körner

 

 
 
Stand: 13. August 2008